Der Nubische Steinbock - Capra ibex nubiana

Der Nubische Steinbock ist der kleinste und südlichste Vertreter der Steinböcke. Er steht auf der Liste der gefährdeten Arten und ist im nördlichen Afrika und Nahen Osten in nicht eben großer Zahl beheimatet. In Israel findet man die gar nicht mal so scheuen, hellbraunen Tiere vom südlichen Ende der Judäischen Berge bis hinunter in den Südzipfel des Negev (und darüber hinaus auch im Sinai).

Die Nubischen Steinböcke sind ständig auf regelmäßiges Trinken angewiesen, was für einen Wüstenbewohner recht ungewöhnlich
ist. Seine natürlichen Feinde sind die Leoparden ... und der Mensch! Durch Wilderei bedroht, wurden sie deshalb in Israel in den fünfziger Jahren unter Artenschutz gestellt.

Steinböcke (hebr. Eyal) gehören zur Gattung der Ziegen. Während die Weibchen mit ihrem Nachwuchs in kleinen Herden
mit bis zu 20 Tieren leben, bleiben die Männchen die meiste Zeit des Jahres wie Junggesellen zusammen. Revierkämpfe gibt es selten. Nur zur Paarungszeit im Herbst sind Geißen und Böcke eine Zeitlang beieinander. Nach einer fünfmonatigen Tragzeit kommt der Nachwuchs mit höchstens zwei Jungtieren zur Welt und wird die nächsten drei Jahre von der Mutter begleitet.

Die Steinböcke werden zwischen 17 und 20 Jahre alt. Selbst die erwachsenen Tiere sind zierlich gebaut und erreichen eine
Schulterhöhe von nur 80-90 cm. In ihrem Gewicht unterscheiden sich Männchen, die bis zu 100 kg wiegen können, sehr von den Weibchen. Deren Gewichtübersteigt selten die 40 kg-Grenze.

Steinböcke sind vorwiegend tagaktiv. Nach Tagesanbruch verlassen sie ihre hoch gelegenen Liegeplätze, um in den Tälern
nach Wasser und Nahrung zu suchen. Ein Tier hält immer Wache, während die anderen Mitglieder der Herde trinken. Wurde eine Gefahrenquelle entlarvt, zieht sich die ganze Gruppe blitzschnell zurück.

Das auffälligste Merkmal dieses Paarhufers ist sein Gehörn. Im
Unterschied zum Geweih eines Hirsches, das jedes Jahr abgeworfen und erneuert wird, bleiben die Hörner beim Steinbock bestehen und wachsen jedes Jahr weiter. Das Gehörn eines Bocks wächst nach hinten halb- bis dreiviertelkreisförmig
und wird so bis zu einem Meter lang. Die Hörner bestehen aus
einem Knochenzapfen, der im Laufe des ganzen Lebens Hornsubstanz mit bis zu 30 Vorderkantknoten bildet. Im Alter
verlangsamt sich das Wachstum, ab acht Jahren ist der jährliche Zuwachs nur noch gering. Das Wachstum der Hörner hängt
vom Zustand der Population, von Krankheiten und Witterung sowie der Ernährung ab. Hormone sorgen dafür, dass das
Gehörn im Winter nicht weiterwächst.

Zur Paarungszeit werden die Geißen von den Männchen erkämpft. Dabei sind es meistens junge Böcke, die auf der Strecke bleiben. Durch ihre Hörner und ausgefallene Kampftechniken können sich Ältere sehr gut behaupten.
Durch Stirndrängen oder Stoßkampf vertreiben sie ihre Rivalen.
Sie hebeln aus dem sicheren Stand aus, richten sich auf die starken Hinterläufe und schlagen die Hörner zusammen.

Im vergangenen Jahr wurde bei der jährlichen Bestandszählung erneut eine Zunahme der Steinbockpopulation in der Negev-Wüste und am Toten Meer festgestellt. Die Wüste Israels und insbesondere deren Oase Ein Gedi bieten für Steinböcke
einen angenehmen, und durch den Artenschutz auch einen sicheren, Lebensraum. Nicht zuletzt ist die festgestellte
Zunahme der Aktivitäten zum Schutz der Reinheit von Trinkwasser und dessen Speicherung zu verdanken.