Lesen Sie hier Auszüge aus der aktuellen Neuland-Ausgabe.
Gern senden wir Ihnen das gedruckte Heft per Post.
Der Weg nach Mejtar, einer Siedlung etwa 15 km vor Beer Schewa, führt - von Tel Aviv aus kommend - durch fruchtbares,
hügeliges Land. Zu beiden Seiten der Schnellstraße erstrecken sich Felder. Doch dann verändert sich die Landschaft
– es wird karger, steiniger, sandiger. Hier und da eine arabische Siedlung, Beduinen, die sich mit ihren Schaf- und
Ziegenherden in provisorischen Bauten niedergelassen haben. Ein rot-umrandetes Verkehrsschild warnt: Vorsicht Kamele. Der Negev.
Dann - ganz unerwartet - verändert sich die Landschaft erneut. Die Öde der Wüste, das Gestein und Gestrüpp weichen Bäumen, einem ganzen Wald, so weit das Auge reicht. Man kann erkennen, dass es sich hier nicht um einen natürlichen Wald handelt, sondern um künstliche Bewaldung. Und tatsächlich, dieser Wald von Lehavim, einer sogenannten „grünen Lunge“, wurde aufgeforstet, um Bodenerosion zu verhindern und die Wüstenwinde aufzuhalten. Er existiert noch gar nicht so lange. Vor 30 Jahren gab es hier nur Sand und Gestein, Wüste eben.
Auch jene Ortschaft existierte vor 20 Jahren noch nicht, die sich jetzt rechts nähert: Mejtar. Etwa drei Mal im Jahr regnet es hier – ausgerechnet heute am Tag der Einwehung ist so ein Tag. Der Himmel ist von Wolken verhangen. Man könnte meinen, man sei in Deutschland. Solche und ähnliche Gedanken müssen die Mitglieder unserer Reisegruppe aus Deutschland gehegt haben, als sie durch den Regen in die Schulaula eilen. Dort werden sie von Vertreter des KKL-JNF in Israel, dem Bürgermeister der Stadt, Vertretern der hiesigen Wasserautoritäten und Schulkindern erwartet, deren Gesichter unter den grünen KKL-Kappen fast verschwinden.
Nach einem musikalischen Vorspiel, von den
Kindern gesungen und auf Flöten gespielt,
kann die Zeremonie beginnen. Anlass ist
die Einweihung des Olivenbaumparks in
Mejtar, einem Projekt des KKL, das durch
Spenden unserer Freunde in Deutschland in
nur zwei Jahren ermöglicht wurde. Viele der
Spender befinden sich unter den Anwesenden.
Diesen Spendern zu Ehren haben sie sich
heute hier versammelt, so Jana Marcus
der KKL-Europaabteilung, um ihnen mit dieser
Zeremonie für ihr Engagement und ihre
Solidarität mit Israel zu danken.
Denn dass es sich hier um einen wichtigen
Beitrag handelt, wird bald ersichtlich. Der
Olivenbaumpark ist für die Gemeinde nicht nur ein Schatten spendender Erholungsort
im Herzen der Siedlung, sondern, so führt
der Bürgermeister Avner ben Gera in seiner
Ansprache aus, dient auch erzieherischen
und sozialen Zwecken: Die Oliven, von den
Kindern in einer gemeinsamen Aktion geerntet,
werden gepresst, das gewonnene
Olivenöl verkauft und der Erlös für gute
Zwecke verwendet.
Über die besondere Beziehung zwischen Deutschland und Israel spricht Avi Dickstein, Direktor der Abteilung für Ressourcen und Entwicklung (Mittelbeschaffung) des KKL. Seit 106 Jahren trägt der KKL wesentlich zum Aufbau und der Entwicklung des Landes und seiner Gemeinden bei. Deutsche Spendengelder haben dabei viele Projekte des KKL im ganzen Land möglich gemacht. Auch weiterhin gibt es wichtige Arbeit zu leisten, von der das Überleben der jüdischen und arabischen Bevölkerung gleichermaßen abhängt. Die Brisanz der weltweiten Krise, so Dickstein, ist vor allem ökologischer Natur – eine Krise des Wassers. Hier bittet er eindringlich um die weitere Unterstützung der Freunde des KKL in Deutschland, denn Wasser ist für den Frieden in der Region unabdingbar. Diesen Frieden zu festigen sowie zur Lebensqualität der Bevölkerung in Mejtar und Umgebung mit ihren Spenden beizutragen, ist das Anliegen der Gäste aus Deutschland.
Lesen Sie den vollständigen Artikel im gedruckten Heft.
Peter Keck, Kulturamtsleiter des Landratsamtes Esslingen, ist mit dem KKL-Weltvorsitzenden Efi Stenzler bereits seit 1993 befreundet. Zu dieser Zeit fungierte Efi Stenzler noch als Oberbürgermeister der östlich von Tel Aviv liegenden Stadt Givatayim. Damals beurkundeten die beiden offiziell eine Schulpartnerschaft zwischen der Stadt Givatayim und dem Landkreis Esslingen. Während der Feierlichkeiten zum 60-jährigen Unabhängigkeitstag Israels schwelgt Efi Stenzler bei einem Gespräch mit unserem Delegierten Reuven Barak noch immer in Erinnerungen an diese Zeit.
Als Reuven Barak im Dezember 2008 Peter
Keck persönlich traf, konnte er nur staunen,
wie tief die Verbundenheit des Landratsamtes
Esslingen zum Staate Israel ist.
Voller Elan mobilisierte der Kulturamtsleiter
diverse Landkreise im Regierungsbezirk Stuttgart, um Spenden für einen Hain im
„Wald der deutschen Länder“ in Israel zu
sammeln. In einer Rekordzeit von nur vier
Monaten kam der Spendenbetrag für den
Hain über EUR 10.000 mithilfe der Landkreise
Böblingen, Göppingen, Heidenheim,
Hohenlohe, Ostalbkreis, Main-Tauber,
Rems-Murr, Schwäbisch Hall und Esslingen
zusammen.
Getreu dem Motto „Alles neu macht der Mai“ wurde die deutsch-israelische Freundschaft im Beisein der Freunde Efi Stenzler und Peter Keck, sowie einer 35-köpfigen Delegation der verschiedenen Landkreise mit der Einweihung des „Hain der Landkreise im Regierungsbezirk Stuttgart“ am 1. Mai 2009 in einer feierlichen Zeremonie aufgefrischt.
JNF-München,
Bernadette Linsenmeier
Zwei ganz besondere Einweihungen fanden am 27. Juli beim „Wald der deutschen Länder“ statt: Ein Fitness-Waldweg zum Spazierengehen, Joggen oder Radfahren und ein Picknickplatz, der “Sternbergia-Garten”. Das Besondere an diesen beiden Projekten ist, dass sie durch den Nachlass einer lieben Spenderin realisiert werden konnten. Brandla Wajdengarten sel.A., Holocaust-Überlebende aus Polen, hatte ein schmerzvolles Leben. Ihre Eltern und ihr Mann kamen im Holocaust um. Sie selbst überlebte den Naziterror mit ihrer kleinen Tochter Miriam in einem Kloster. Doch drei Jahre nach Kriegsende bekam Miriam Krebs und verstarb.
Gleich am Eingang zum “Wald der deutschen
Länder” beginnt ein zwei Kilometer
langer Waldweg. Aus einem Teil des
Nachlasses von Brandla Wejdengarten und
freien Spenden unserer Freunde in Deutschland
wird dieser Weg nun fertig gestellt. Am
Wegesrand stehen Bänke und Tische, und
Freunde der Fitness können ähnlich wie bei
einem Trimm-dich-Pfad an den verschiedenen
Geräten trainieren. “Bis jetzt liefen die Jogger und Spaziergänger aus Lehavim immer
am Straßenrand entlang. Das war viel zu
gefährlich und sicher auch nicht angenehm.
Heute trifft man sich hier früh am Morgen
oder dann wieder am späten Nachmittag.
Es macht Spass zu sehen, mit wieviel Freude
die Einrichtungen des JNF-KKL von der Bevölkerung,
aber auch von Touristen genutzt
werden.”, erzählt der Förster Amir.
Trimm-dich-Geräte entlang des Waldweges am “Wald der deutschen Wälder” |
Rechts neben dem “Wald der deutschen Länder” liegt der “Sternbergia-Garten”. Dieser Platz, auch mit Bänken und Tischen, ist ganz Brandla Wajdengarten und ihrer Familie gewidmet.
Brandla Wajdengarten gründete nach dem
Tode ihrer Tochter keine neue Familie mehr.
Sie wohnte in Frankfurt am Main, lebte aber
mal in Deutschland, mal in Israel. Ihr Neffe,
Prof. Michel Librowicz aus Kanada, der ihr
sehr nahe stand, kam im Juli nach Israel, um
die Projekte für seine Tante und deren Familie
einzuweihen. “An Tischa Be’Aw beweint
das jüdische Volk die Zerstörung des zweiten
Tempels. Die Generation meiner Tante
zahlte das größte Opfer aller Zeiten für die
Zerstörung des Tempels und den Verlust
der jüdischen Gemeinschaft. (Mit der Zerstörung
des Tempels wurde das jüdische
Volk nach Babylonien verschleppt und in
alle Welt verstreut.) Meine Tante hatte eine
tiefe Bindung zu Israel, und wenn ich jetzt
hier so stehe, weiß ich es zu schätzen, dass
unsere Generation Zeuge der Wiedergeburt
des Staates Israel sein durfte.”
Neben Professor Librowicz nahmen auch
dessen Frau, der befreundete Rabbiner
Adam Scheier von der Jüdischen Gemeinde
Montreal, Repräsentaten der Israelischen
Verteidigungskräfte (IDF) und Förster der
Region Süd an der Einweihungszeremonie
teil.
Rabbi Scheier sagte, dass die Momente der Freude von Menschen, die hier verweilen, den Seelen von Brandla und ihrer Tochter helfen werden, weiter in den Himmel hinaufsteigen lassen. “Die kleine Miriam starb in dem Jahr, in dem Israel geboren wurde. Aber keine Zerstörung ist absolut, Erneuerung kann auch in Verwüstung und Schmerz gefunden werden. Die Menschen, die den Negev besuchen, denken vielleicht, dass hier gar nichts wachsen und gedeihen kann. Doch wer hätte es gedacht? Wir entdecken hier Leben und Wachstum.”
Während Sukkoth – im Oktober – bedeckt das Gelb der Goldkrokusse (Sternbergia) den Boden der ganzen Gegend um den Picknickplatz. Jedes Jahr kommen Tausende Besucher aus dem ganzen Land, um dieses zwei bis drei Wochen dauernde Naturschauspiel zu genießen. Sind keine Besucher da, wird der “Sternbergia-Garten” auch als Treffpunkt von Familienangehörigen einer nahe gelegenen Armeeeinheit genutzt.
Jana Marcus von der Europa-Abteilung des KKL-Jerusalem fügte während der Zeremonie im „Sternbergia-Garten“ hinzu:“Kaddish ist kein Gebet für die Toten, sondern eine Lobpreisung G”ttes mit Worten der Beileidsbezeugung, direkt an den Allmächtigen gerichtet. Denn G”tt selbst trauert um jedes seiner gestorbenen Kinder. Wir alle fühlen, dass Brandla Wajdengarten und Miriam nun an einem besseren Ort sind, beide Seelen tiefer als zuvor verbunden mit dem Land Israel – mit diesem Garten als Garantie, dass sie hier niemals vergessern werden.”

(v.l.n.r.) Prof. Librowicz und Gattin, Jana Marcus, Rabbiner Scheier und Soldatinnen der IDF
Wer hätte gedacht, dass es in Deutschland um die 50 Milliarden Bäume gibt. Natürlich sind wir stolz auf diesen Waldreichtum, haben uns aber auch nur allzu leicht schon daran gewöhnt. In Israel hingegen betrachtet man jeden neuen Baum immer noch als ein Wunder, und die dort durch den KKL bislang gepflanzten ca. 240 Millionen Bäume sind ein künstliches Werk aus Menschenhand, entstanden im letzten Jahrhundert. In Kürze werden weitere 1000 Bäume dazu kommen, und das kam so:
Unser lieber Freund und Unterstützer, der Maler Wolfgang Hirsch, beging erst kürzlich seinen 85. Geburtstag und wollte dem JNF-KKL zu diesem Anlass ein besonderes Geschenk machen. Einen großen Teil seines Lebenswerkes in Form von Gemälden vermachte er dem JNF-KKL, auf das die Bilder im Rahmen einer Vernissage und Ausstellung den Besitzer wechseln mögen. Der Erlös wird dazu dienen, dass ein Hain zur Wiederaufforstung des Galil dabei heraus kommt. Von Mitte Mai bis Ende Juni 2009 lief die Ausstellung mit dem sinnigen Titel „Farbklang & Innenwelten“ in der Jüdischen Galerie Berlin so erfolgreich, dass sie verlängert wurde. Mit fast 400 Besuchern allein zur Vernissage konnte zuletzt mit einer Gesamtbesucherzahl von rund 1000 Menschen an den erfolgreichen Auftakt angeschlossen werden.
![]() Siman Tov U Mazeltov eine Freude für den Jubilar. |
Viele Freunde der JNF-KKL Aktion folgten unserer Bitte, diese Idee zu fördern. So wechselten Bilder den Besitzer und viele größere wie kleinere Einzelspenden erbrachten zuletzt die stattliche Summe für einen Hain von 1000 Bäumen. „Aus Bildern wurden Bäume“, wie etwa die „Jüdische Allgemeine Zeitung“ titelte, um über die Initiative zu berichten. Auch im Namen des Künstlers danken wir allen Unterstützern und für die gute Kooperation der Zentralwohlfahrtstelle der Juden in Deutschland und der Jüdischen Galerie Berlin.
‚Aus dem Hain soll noch ein Wald werden’, wünscht sich Wolfgang Hirsch, dessen Leben mit dem Keren Kayemeth tief verwurzelt ist. Wolfgang Hirschs schon frühkindliche, jüdische Erziehung verdankt er in großem Maße seinem geliebten Großvater David Heimann sel. A., dem zu Ehren der Hain in Galiläa in Kürze eingeweiht werden soll.
Die Ausstellung mit den Bildern Wolfgang Hirschs läuft weiter, jetzt im Internet, damit auch Sie die Initiative unterstützen können, denn mit Ihrer Spende - entsprechend dem Preis eines Bildes - können Sie dazu beitragen, dass der Wunsch des Malers in Erfüllung geht. Die Originalausstellung „Farbklang & Innenwelten“ kann auch auf Reisen gehen und in Ihre Stadt kommen. Wenn Sie über eine Galerie oder einen passenden Ausstellungsraum - wie z. B. in einem Kulturforum - in Ihrer Gemeinde verfügen und die Ausstellung zu Ihnen kommen soll, setzten Sie sich bitte mit unserem Berliner Büro in Verbindung (Hohenzollerndamm 196, 10717 Berlin, Tel.: (030) 8 83 43 60). Gerne unterstützen wir Sie bei der Realisierung. Interessenten für die Werke von Wolfgang Hirsch, die über einen Internetanschluss verfügen, finden die Ausstellung, weitere Informationen und Spendenmöglichkeit unter: www.w-hirsch.com/Ausstellung_2009/ausstellung_2009.html
JNF-Berlin, Mario Marschall
Wir möchten Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, nachfolgend zwei Aufforstungsprojekte im „Wald der deutschen Länder“
vorstellen, die noch Spenden für Ihre Wälder suchen und wir ihnen dabei natürlich gerne helfen. Da ist zum einen
im Norden Deutschlands der „Oldenburg-Holstein-Wald“ und zum anderen im Süden der „Kraichgau-Wald“. Wir danken
den Initiatoren und wünschen ihnen und damit auch Israel viel Erfolg.
Spendenkonto Nr. 100 500 7080
bei der SEB AG (BLZ 500 101 11)
Stichwort: Oldenburg-Holstein-Wald
Stichwort: Kraichgau-Wald
„Wer heute durch den Kraichgau reist, findet keine jüdische Gemeinde mehr. Die Spuren des einstmals so vielfältigen und vitalen Lebens der Kraichgauer Landjuden sind jedoch noch immer anzutreffen. Dieses Erbe und die Geschichte seiner jüdischen Bewohner gilt es zu bewahren und in Erinnerung zu behalten.“ Mit diesen Worten endet der Einführungstext auf der Internet-Startseite des im August 2008 gegründeten Vereins Jüdisches Leben Kraichgau e.V. (www.jlk-ev.de). Zum Kraichgau gehören viele größere und kleinere Gemeinden, wie Eppingen, Hoffenheim, Sinsheim, Bruchsal und Leimen, um nur einige wenige zu nennen.
Die Mitglieder und Freunde des Vereins unter dem Vorsitz von Michael Heitz und Thomas Wächter haben es sich zum Ziel gesetzt, das jüdische Erbe der Region Kraichgau zu „bewahren, entdecken, dokumentieren, lernen und lehren“. Da sie auch das Land Israel in ihre Arbeit mit einbeziehen, soll nun dessen Aufforstung mit einem „Kraichgau-Wald“ unterstützt werden.
Bereits seit 35 Jahren beschreiten die Eheleute Renate und Dieter Schröder aus Oldenburg in Holstein ihren gemeinsamen Lebensweg, der sich am 13. Juni 2009 jährte. Duplizierter geben diese 35 Ehejahre, auch als „Leinwandhochzeit“ bekannt, das Lebensalter der beiden glücklich Verheirateten. Diesen runden Geburtstag wiederum feierte das Paar auch am 13. Juni! Solch ein „zahlreiches“ Ereignis findet nur einmal im Leben statt, so dachten sich die beiden, und beschlossen etwas ganz besonderes an diesem Tag zu veranstalten.
Schnell kam die Idee zustande, zusammen mit ihren Freunden
Dr. Sievert Karsten Frank und unseren Delegierten Reuven Barak,
den sie schon aus seiner Zeit als Reiseleiter in Israel kennen, einen
„Oldenburger Wald“ ins Leben zu rufen. Die Einladungskarten
an ihre Freunde versandten die Eheleute Schröder mit der Bitte,
statt persönlicher Geschenke doch für
den „Oldenburger Wald“ im Wald der
deutschen Länder in Israel zu spenden. Diesem Wunsch kamen die 135 geladenen
Gäste gerne nach, und so kam an
diesem Tag bereits eine Spendensumme
von 700 EUR! zusammen.
Manche der geladenen Gäste, darunter auch Martin Voigt, Bürgermeister von Oldenburg, hörten zum ersten Mal vom Jüdischen Nationalfonds und dessen wichtiger Tätigkeit für Israel. „Mit solchen Anlässen möchten wir gerne unseren Bekanntheitsgrad vergrößern, um so die für uns so wichtigen Freunde für Israel gewinnen zu können“, hofft Reuven Barak und wünscht Renate und Dieter Schröder noch viele gemeinsame glückliche Jahre.
JNF-München, B. Linsenmeier

... präsentieren sich am 15. November 2009 in der Jüdischen Gemeinde
Berlin, Fasanenstrasse.
Die Veranstaltung beginnt um 16 Uhr im Kleinen Saal mit einem
Filmvortrag über unsere neuesten Projekte in Israel, vorgetragen
durch den KKL-Hauptdelegierten Dr. Schaul Chorev. Der Eintritt
hierzu ist frei.
Foto mit freundlicher Genehmigung von golli43@flickr.com |
Ab 17 Uhr dann präsentieren Ihnen verschiedene Künstler aus Israel, die in Berlin leben, die Vielfalt israelischer Kunstformen wie Musik und Performance. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung beträgt 8,00 Euro (ermäßigt 5 Euro). Auch für Ihr leibliches Wohl ist gesorgt, jedoch nicht im Eintrittspreis inbegriffen.
Für Ihre Teilnahme bitten wir um Anmeldung in unserem Berliner Büro im Hohenzollerndamm 196, Tel: (030) 8 83 43 60 oder per E-Mail: berlin@jnf-kkl.de. Wir dürfen Ihnen schon jetzt viel Freude wünschen.
Weltweit hat sich in den letzten Jahren die Lebensquelle „Wasser“ zu einem Problem entwickelt, das in vielen Ländern das Leben von Millionen Menschen bedroht. Zu diesen Ländern zählen nicht nur diejenigen der sogenannten Zweiten und Dritten Welt, auch Spanien und Italien gehören dazu, Australien und natürlich Israel und seine Nachbarländer. Letztendlich spielt es nur eine untergeordnete Rolle, wer oder was dieses Problem verursacht hat. Wenn es jetzt nicht ernst und nachhaltig angegangen wird, steht die Weltbevölkerung vor einer Katastrophe.
Es ist jedes Jahr um diese Zeit das Gleiche, das Hoffen auf einen regenreichen Winter. Israel hat jetzt bereits fünf trockene Winter hinter sich, mit Niederschlägen weit unterhalb des Durchschnitts. Die natürliche Wasseranreicherung betrug in den Wintermonaten 2007/2008 etwa 0,726 Milliarde Kubikmeter gegenüber einem jährlichen Durchschnitt von 1,175 Milliarde Kubikmeter. Benötigt werden aber mehr als 2 Milliarden. Die Folgen dieser Trockenjahre sind bekannt: Der Pegel des Kinereth, mit 40 % Hauptlieferant von Trinkwasser, sank zwischendurch nicht nur bis zur „Roten Linie“, einem Wasserstand, bei dem nicht mehr abgepumpt werden darf. Er erreichte sogar kurzzeitig die „Schwarze Linie“, bei der man – sollte es über einen längeren Zeitraum dabei bleiben - mit einer totalen Versalzung rechnen muss. Der Grundwasserspiegel ist auf einem Tiefstand, die Küstenaquifere versalzen immer mehr. Solches Wasser kann noch nicht einmal in der Landwirtschaft genutzt werden. Was als Problem begann, ist zu einer Krise geworden.
Im Sommer 2008 verschärfte die Regierung mit dem Slogan „Von Rot zu Schwarz“, bezogen auf den bedrohlichen Kinereth- Wasserpegel, ihre Maßnahmen zum Wassersparen drastisch. Wasser wird seither immer teurer; es darf in öffentlichen Parkanlagen und auch in privaten Gärten während der Sommermonate nicht mehr gegossen werden; Wasserabgaben an die Landwirtschaft werden gekürzt. Nicht gekürzt wird dagegen die Wasserabgabe an Jordanien, die im Friedensvertrag vereinbart wurde. „Jordanien hat ein noch viel größeres Problem als Israel“, erklärt Uri Schor, Sprecher der Staatlichen Wasserbehörde.

Entsalzunganlage am Strand von Palmachim
Die Bevölkerung machte daraufhin die Regierung für die Krise verantwortlich. Viel früher hätte man mit dem Bau von Meerwasser-Entsalzungsanlagen beginnen müssen. Doch jede Regierung zögerte, denn diese Anlagen kosten Millionen. Man hoffte weiter, auf den nächsten und wieder nächsten Winter. Heute sind zwei Entsalzungsanlagen in Betrieb: die größte in Ashkelon (108 Millionen Kubikmeter) und eine kleinere in Palmachim (30 Millionen). Jetzt im Oktober soll die Anlage in Hadera (100 Millionen) in Betrieb gehen. Zwei weitere befinden sich bereits im Bau: in Ashdod (100 Millionen) und in Sorek (30 Millionen Kubikmeter). Alle diese Entsalzungsanlagen stehen entlang der Mittelmeerküste.
Trotz aller Kritik zeigte und zeigt die Kampagne weiterhin Wirkung: Der Wasserverbrauch von Gemeinden und privaten Haushalten sank um 13,5 %, überraschenderweise auch in den Sommermonaten. Andere Beispiele, wie der des Kibutz Tzuba in den Bergen von Jerusalem, machen Hoffnung. Für die Anpflanzung von Kiwis verbrauchte Tzuba früher 100 Kubikmeter Wasser pro Hektar. Daraufhin wechselten die Mitglieder des Kibutz zu Äpfeln und drosselten damit den Verbrauch auf 75 Kubikmeter. Heute bauen sie nur noch Trauben an für ihre mittlerweile acht Weinsorten. Der Wasserverbrauch liegt nun bei 20 Kubikmeter pro Hektar.
Auch in der Krise dürfen wir an dieser Stelle aber nicht vergessen, dass Israel wie in anderen Hightech-Bereichen so auch in der Entwicklung neuer Wasser-Technologien an der Weltspitze steht. Dass diese Technologien in Israel sehr erfolgreich sind und bereits an andere Länder weitergegeben werden. Und es ist immer noch so: Kein anderes Land verwertet Wasser so oft wie Israel. Laut Angaben der Staatlichen Behörde für Wasser und Abwasser werden 70 %! der Abwässer recycelt. Zum Auffangen von Regenwasser kombiniert man alte nabatäische Methoden mit neuen Technologien. Flüsse werden gereinigt, alte Quellen restauriert, Bewässerungsmethoden verbessert. Sogar Brackwasser wird genutzt. Mit aufbereitetem Wasser gemischt lässt es sich ausgezeichnet in der Fischzucht verwenden.
Der Keren Kayemeth LeIsrael hat mittlerweile über 200 Wasserreservoire gebaut und damit einen wesentlichen Einfluss auf Israels Wassermanagement. Insgesamt stehen mit diesen Reservoiren 150 Millionen Kubikmeter mehr an Wasser zur Verfügung. Aktuell finanzieren wir mit unseren Spendern in Deutschland das Wasserreservoir „Kedma“ mit einer Füllmenge von 700.000 Kubikmeter. Bitte unterstützen Sie uns und Israel ganz besonders bei der Gewinnung von zusätzlichem Wasser. Die Errichtung von Wasserreservoiren, speziell für recyceltes Wasser, bedeutet eine nachhaltige und sichere „Quelle des Lebens“.
Spendenkonto Nr. 100 500 7001 (Stichwort: Kedma)
bei der SEB AG (BLZ 500 101 11)
Weitere Informationen über die JNF-KKL-Wasserprojekte finden Sie hier.
Liebe Leserinnen und Leser,
bis zur letzten NEULAND-Ausgabe haben wir uns in dieser Rubrik vorrangig den Bäumen des Landes gewidmet. Ab
heute möchten wir Sie in die farbenfrohe und vielfältige Welt der Blumen entführen.
Auch wenn Israel nur ein kleines Land ist, hat es doch extrem unterschiedliche Vegetationszonen: die Küste mit Mittelmeerklima,
Bergland, Steppe und Wüste. Dazu kommt auf nur kurzer Strecke ein großer Höhenunterschied vom Berg
Hermon mit 2.800 m bis hinunter zum Toten Meer, fast 400 Meter unter dem Meeresspiegel. Diese Faktoren bestimmen
eine atemberaubende Artenvielfalt der Flora, mit der sich seit Jahrzehnten auch Botaniker aus der ganzen Welt
beschäftigen..
Durch die Einweihung des „Sternbergia- Gartens“ (siehe oben) beginnen wir auch mit dieser Pflanze. Diese Gegend bei Lehavim ist in ganz Israel bekannt. In den Wintermonaten September bis Dezember, also um die Zeit zu Sukkoth, dem Laubhüttenfest, sprießen im „Sternbergia-Tal“ ganz plötzlich Tausende leuchtend gelbe Blumen auf dem kargen Untergrund. Meist nach dem ersten Regen suchen sich die Triebe zwischen Gestrüpp und Felssteinen den geringsten Widerstand durch die Erde. So kommt es zu diesem wunderbaren Naturschauspiel eines strahlenden Gelb auf dem sandbraunen Boden des Nordnegev.
Der Botaniker Carolus Clusius aus den Niederlanden,
der die Pflanze 1601 wohl als
Erster beschrieb, ordnete sie wegen der
Ähnlichkeit mit den Krokussen der Familie
der Narzisse zu. 1753 fand der schwedische
Naturwissenschaftler Carl von Linné jedoch heraus, dass die Sternbergia zur Familie der
Amaryllis zu zählen ist.
Es gibt etwa acht Unterarten des becherförmigen Goldkrokus, auch Gewitterblume oder Herbstgoldbecher genannt, von denen die meisten rund um das Mittelmeer zu finden sind. Nur zwei Arten, Sternbergia vernalis und Sternbergia candida, sind Frühlingsblüher. Als einzige bringt die S. candida strahlend weiße Blüten hervor. Alle anderen Arten blühen Gelbgold.
In Israel finden wir nur die Sternbergia clusiana (hebräisch: Chelmonit gdolah) im Nordnegev, auf den Höhen des Golan und am Meron-Berg. Oft kommt zuerst die Blüte ans Tageslicht, dann erst die deutlich gezahnten, dunkelgrünen Blätter mit einem gräulichen mittigen Streifen. Sechs Staubblätter kennzeichnen das Amaryllisgewächs.
Der Goldkrokus wird durch zwei Arten bestäubt: der Honigbiene Apis mellifera und verschiedenen Arten von Schwebfliegen. Die Honigbiene sammelt den Nektar und die Pollen aus den kurzen inneren Staubgefäßen, während die Schwebfliegen die äußeren, längeren Staubgefäße besuchen. Scheinbar werden die beiden Bestäuber durch verschiedene Arten von Nektar angezogen. So sorgen zwei Arten der Befruchtung dafür, dass es keinen Wettbewerb gibt. Gleichzeitig gewährt dies eine maximale Blütenanzahl in einer rauhen Jahreszeit.

