
Israel, und im Besonderen das Hula-Tal im Norden des Landes, hat als Rast- und Überwinterungsplatz eine unermessliche Bedeutung für die internationale Vogelwelt. Während in den übrigen Ländern des Nahen und Mittleren Ostens Zugvögel noch immer bejagt werden, rasten auf ihrer sogenannten Ostroute über 390 verschiedene Vogelarten im Hula-Feuchtgebiet. Einige großschnäbelige Vögel überwintern sogar, darunter etwa 15.000 Kraniche. Mit eigens angelegten Erdnuss- und Getreidefeldern werden "Ablenkfütterungsplätze" geschaffen, damit Ernteeinbußen in der Landwirtschaft vermieden werden.
Um diese faszinierende Vogelwelt beobachten zu können, ohne sie zu stören oder gar zu vertreiben, um in einem weiteren Bereich Einklang zu schaffen zwischen Mensch und Natur, errichtet der JNF-KKL Kranichbeobachtungsposten im Naturschutzgebiet Hula-Tal.
Jeder dieser Posten kostet ca. 100.000 Euro. Sie können uns helfen, die Harmonie zwischen Mensch und Natur herzustellen und zu bewahren. Bitte unterstützen Sie dieses Projekt durch Ihre Spende.
Der Kranich ist ein Wasservogel, der eine Höhe von bis zu 120 cm erreichen kann. Zwei charakteristische Merkmale sind die gefiederten Augenwimpern und seine lange Zunge. Sein Gefieder ist braun, grau oder weiß, die Flügel sind schwarz und sein Schnabel ist lang und gerade. Der gewöhnliche Kranich baut sein Nest auf der Erde oder im seichten Wasser. Bei ihrer Wanderung können sie Tag und Nacht fliegen; ohne Pausen einzulegen überqueren sie das gesamte Mittelmeer.

Der Schwarm fliegt in einer Keilformation und erreicht eine Flughöhe von bis zu vier Kilometern. Bereits aus großer Entfernung kann man sie wegen ihrer tiefen kehligen Schreie erkennen. Für mehrere Tausend Kraniche ist die Hula-Ebene der größte Überwinterungsplatz in Israel.
Die Hula-Ebene mit dem Hula-See liegt im nördlichen Teil der Syrisch-Afrikanischen Senke. Dieses einst malariaverseuchte Sumpfgebiet mit dem Libanon im Norden und im Westen und Syrien im Osten wurde in den fünfziger Jahren trockengelegt, um den Einwohnern des Nordens eine landwirtschaftliche Existenzquelle zur Verfügung zu stellen. In den nächsten Jahrzehnten zeigte sich, dass ein verstärkter Zustrom von aus Stickstoff bestehenden Nährmitteln südwärts den Jordanfluß entlang in den Kinnereth-See gelangte, was eine gesteigerte Algenbildung bedeutet. Unter der Mithilfe des JNF-KKL wurde deshalb Mitte der neunziger Jahre mit großem Erfolg ein Rehabilitierungprojekt für das ökologische Gleichgewicht dieser Gegend durchgeführt.
Heute stellt das neue System sicher, dass den Bauern genügend landwirtschaftliches Gebiet zur Verfügung steht, dass sich im Naturschutzgebiet eine einzigartige Fauna und Flora regenerieren konnte und dass die Wasserqualität des Kinnereth als einziges Oberflächen-Wasserreservoir Israels garantiert wird.
Dass die zahlreichen Vögel das Hula-Tal als Rastplatz benutzen, ist zwar ein faszinierendes Naturereignis, hatte aber auch erhebliche Schäden in der Landwirtschaft hinterlassen. Im Winter 2000-2001 begannen deshalb die Bauern des Hula-Tals in Zusammenarbeit mit KKL ein einmaliges Projekt, um das Hula-Tal in ein Gebiet zu verwandeln, in dem die Kraniche leben können, ohne die Agrarwirtschaft in Mitleidenschaft zu ziehen. Ein Feld von ca. 70 Quadratkilometer wurde, unter Mithilfe von zahlreichen deutschen Spendern, mit ungefähr zwei Tonnen Getreide gesät. In diesem Feld „grasen“ nun die meisten Kraniche und lassen die landwirtschaftlichen Felder in Ruhe. Das Projekt läuft erfolgreich und wird weitergeführt.
Ende 2001 wurde am Ufer des Hula-Sees auf einem fünf Meter hohen künstlichen Hügel ein 15 x 15 Meter großer Beobachtungsposten gebaut. Ornithologen und ein spezielles Team des KKL entwarfen diesen Posten. Er hat sechs Fenster nach Osten, mit Blick auf den See und nach Süden. Im Inneren des Beobachtungspostens gibt es drei Holzbänke, damit auch Kinder die Fenster erreichen können. Den Ausguck erreicht man über 25 Treppenstufen aus alten Bahnschwellen. Ein kurviger asphaltierter und rollstuhlgerechter Pfad ist mit Basaltsteinen eingerahmt und führt zum Posten.
Die Wände und das Dach bestehen aus gebündeltem Schilfrohr, in das die Fenster geschnitten wurden. Die Fenster sind schmal und dienen als Sichtschutz, damit die menschliche Gegenwart die Vögel nicht ängstigt. Ein kleiner Kanal vom See her bringt Wasser in zwei Becken am Fuß des Hügels, um die Wasser liebenden Kraniche anzulocken und sie besser aus der Nähe beobachten zu können.
Weitere Beobachtungsposten, jeder Posten kostet ca. 100.000 Euro, sind
im Hula-Feuchtgebiet geplant. Für diese und weitere Vogelschutzprojekte
sucht der JNF-KKL noch Spender/Paten. Bei Spenden für dieses Projekt
geben Sie bitte das Stichwort „Kraniche“ an. Vielleicht können
wir ja bereits auf unserer Reise den ersten Aussichtturm einweihen.
