Tisha B’Av – Trauer, Erinnerung und Hoffnung

Tisha B’Av ist der traurigste Tag im jüdischen Kalender. In diesem Jahr beginnt der Fastentag am Mittwochabend, den 22. Juli, und endet am Abend des 23. Juli. Wir gedenken der Zerstörung des Ersten und Zweiten Tempels in Jerusalem – 586 v. d. Z. und 70 n. d. Z. – und lesen die Klagelieder, die bis heute Ausdruck von Verlust, Schmerz und Sehnsucht sind.

Doch Tisha B’Av erinnert nicht allein an die Zerstörung der Tempel. Der Tag steht auch für das Leid, das das jüdische Volk über Generationen hinweg erfahren musste – für Vertreibung, Verfolgung und immer wieder für den Versuch, jüdisches Leben zu vernichten. Gerade in diesem Jahr denken wir besonders an die Menschen in Israel, die unter Krieg, Terror und Unsicherheit leiden.

Und dennoch ist Tisha B’Av nicht nur ein Tag der Trauer. Er erinnert uns auch daran, dass das jüdische Volk selbst in dunkelsten Zeiten die Hoffnung nie aufgegeben hat.

Hoffnung für Israel

In einer Videobotschaft aus dem Israel-Museum erinnert Rabbi Gideon Shloush daran, dass der Traum von Jerusalem nie verloren ging. Vor dem Modell des zerstörten Zweiten Tempels könnte man meinen, die Geschichte sei damals an ihr Ende gekommen. Doch Generation für Generation wurde die Hoffnung bewahrt – bis zur Rückkehr in einen souveränen jüdischen Staat. Auch heute beten wir weiter dafür, dass der Heilige Tempel eines Tages wieder aufgebaut wird.

Diese Hoffnung zeigt sich nicht nur in Gebeten, sondern auch im Handeln. Sie zeigt sich überall dort, wo Menschen trotz Schmerz weiter aufbauen, schützen, pflanzen und bewahren.

So auch in den Bergen von Nes Harim, wo ein schwerer Waldbrand große Teile der Landschaft verwüstet hat. „Ich hebe meine Augen zu den Bergen – woher kommt meine Hilfe? Meine Hilfe kommt von G’tt“ (Tehillim 121). Wie die vom Feuer gezeichneten Berge hat auch Am Israel unzählige Prüfungen überstanden – und immer wieder neue Kraft gefunden.

Unser Dank gilt allen Einsatzkräften, die unter schwierigsten Bedingungen gegen die Flammen gekämpft haben. Nun beginnt die lange Aufgabe der Wiederherstellung.

„Die mit Tränen säen, werden mit Jubel ernten“ (Tehillim 126,5). Dieser Vers erinnert uns daran, dass aus Trauer Hoffnung wachsen kann – und aus verbrannter Erde neues Leben.

Helfen Sie mit, die Wälder rund um Jerusalem wiederaufzuforsten und ein Zeichen der Erneuerung zu setzen.

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