Waisenkinder aus der Ukraine

Update 25.03.2022

Die ersten aufregenden und aufreibenden Wochen haben unsere großen kleinen Helden nun bereits hinter sich gebracht – und wir können mit Überzeugung sagen: So langsam kommen wir alle zusammen in unserer neuen Realität in Nes Harim an! 

„Es ist so gemütlich hier und so anders als die höllischen anderthalb Wochen, die wir vor unserer Ankunft durchgemacht haben, dass man die Veränderung nicht in Worte fassen kann“ – Maria Kapakova, jüdische Geflüchtete aus der Ukraine. Die 20-jährige Alumim-Absolventin, die mit ihren vier kleinen Geschwistern ankam, sagte, dass sie sich keinen besseren Ort hätte wünschen können.

Nach etwas mehr als einer Woche in Israel scheinen die Mitglieder der Gruppe von fast 100 ukrainischen Kindern das JNF-KKL Feld- und Waldzentrum in Nes Harim vorerst als ihr Zuhause akzeptiert zu haben. Die Kinder waren alle Schüler des von Chabad geführten Kinderheims “Alumim” und sozialen Rehabilitationszentrums für jüdische Kinder in der ukrainischen Stadt Zhytomyr. 

Der Tagesablauf der Flüchtlingskinder im Nes Harim beginnt mit einem gemeinsamen Frühstück und dem Morgengebet. Danach nehmen sie am Unterricht und an anderen altersspezifischen Aktivitäten teil.  Unter anderem stehen Fächer wie Computer Science, Sport, Torastudium, Geschichte, Kultur und Geographie Israels, Mathematik, Hebräisch auf dem Schulplan. Für die Vorschulkinder wurde ein Kindergarten eingerichtet und die Kleinkinder haben ihr eigenes Programm.

Die Direktorin des JNF-KKL Feld- und Waldzentrums, Gili Maimon, sagte, dass Vorbereitung und Einrichtung bereits auf Hochtouren liefen, als sie die erlösende Nachricht bekamen, wann die Flüchtlingskinder endlich eintreffen würden. 

„Wir hatten nur wenige Tage Zeit, um uns vorzubereiten“, sagte sie, „aber dank des hocheffizienten Personals und unserer langjährigen Erfahrung mit der Unterbringung von Gruppen lief alles reibungslos.“ Als die Nachricht von der Ankunft der ukrainischen Kinder die Runde machte, wurde das Zentrum in Nes Harim mit Spenden von neuer Kleidung, Schuhen, Spielzeug und Angeboten zur freiwilligen Mitarbeit überschwemmt, so Maimon. 

Chag Purim Sameach! 

Die Vorbereitungen für Purim hatten für die Flüchtlingskinder in Nes Harim eine besondere Bedeutung, denn eine der Traditionen des Festes ist das Versenden von Essensgeschenken (mishloach manot) und Liebesbotschaften an Familie und Freunde. Die Kinder waren sehr aufgeregt und emotional, als sie hörten, dass ihre Geschenke in der Ukraine ankommen würden, wo sie teilweise noch Eltern, Freunde oder Familie haben, die sie sehr vermissen. An ihren Gesichtern, während sie ihre Karten und Mishloach Manot vorbereiteten, konnte man erkennen, dass ihre Geschenke mit viel Gefühl und Liebe gefüllt waren.

Der Leiter des Alumim-Kinderheims und sozialen Rehabilitationszentrums, Malki Bukiet, sagte, es sei überhaupt nicht klar, wie lange sie in Israel bleiben müssten. „Wir werten die Dinge Tag für Tag aus“, sagte sie. „Klar ist, dass das JNF-KKL Zentrum hier in Nes Harim im Moment der perfekte Ort für unsere Kinder ist. Es ist gut ausgestattet, verfügt über große Freiflächen und ist sicher und ruhig. Das ist genau das, was diese traumatisierten Kinder brauchen. Wir dürfen nicht vergessen, dass sie ein Kriegsgebiet verlassen haben und über eine Woche lang durch äußerst gefährliche Gebiete gereist sind, bis wir endlich die rumänische Grenze überqueren und uns auf den Weg nach Israel machen konnten. 

Israel war für uns natürlich ein naheliegendes Ziel, obwohl wir damals noch keine Ahnung hatten, wo wir eine Unterkunft finden würden. Heute kann ich nur sagen, wie dankbar wir für die Gastfreundschaft des KKL und der Menschen hier in Israel sind.”

Für die Kinder war Purim in diesem Jahr ein fröhliches und buntes Fest. Die Kinder vergnügten sich auf unterschiedlichste Weise: mit Hüpfburgen, auf Trampolinen, beim Schminken und Basteln. Sie nahmen an einem Wettbewerb um das beste Purim-Kostüm teil und lasen natürlich auch traditionsgemäß aus dem Buch Esther.

„Wir freuen uns, gemeinsam mit ihnen zu feiern, und wir tun unser Bestes, um ihnen ein möglichst fröhliches Purim zu bieten“, sagt die Direktorin von Nes Harim, Gili Maimon.

Rabbiner Shlomo Wilhelm, der begleitende Rabbiner aus Zhytomyr feierte fröhlich mit den Kindern. „Das Buch Esther ist der erste Text, in dem das Volk Israel als ‚Juden‘ bezeichnet wird“, erklärte er.
„Heute sind wir vereint – die Kinder aus Zhytomyr und die Jugendlichen aus der Umgebung von Nes Harim – denn ganz Israel ist ein Volk. Das ist es, was das Purimfest bedeutet: Heute ist ein Tag, der uns alle vereint.“

Der fünfzehnjährige Rafi erzählte uns, dass seine Freunde in der Ukraine nun auf mehrere Länder verteilt sind, und sagte, er sei froh, nach Israel gekommen zu sein. „Es ist gut, wenn sich die Menschen in Zeiten der Not zusammenschließen und einander helfen“, erklärte er.

„Es macht Spaß, hier zu feiern, aber wir vergessen die Menschen, die in der Ukraine zurückgeblieben sind niemals“ sagte Michael (9) düster. Er trug ein Cowboykostüm und versuchte den ganzen Tag über immer wieder seine Kameraden mit dem Lasso einzufangen. 

Der Alptraum des Krieges ist für diese Kinder noch lange nicht vorbei, aber zusammen können wir es schaffen sie die Schrecken des Krieges wenigstens etwas hinter sich zu lassen und in ein normales Leben zurück zu finden. Bitte helfen Sie uns dabei!

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Update 15.03.2022

Vor 20 Tagen begann der Krieg in der Ukraine. Wir alle wissen mittlerweile, dass es die Schwächsten am härtesten getroffen hat. Gerade Kinder sind den Ereignissen vollkommen schutzlos ausgeliefert und brauchen unsere Fürsorge heute mehr denn je. Wir sind unendlich glücklich, dass wir “unsere” Kinder aus dem Waisenhaus Alumim letzte Woche nach tagelangem Bangen und Warten endlich in Empfang nehmen durften. 

Dramatische Flucht

Traumatisiert und mit kaum mehr als wenigen Kleidern auf dem Leib überquerten die jüdischen Waisenkinder die ukrainische Grenze nach Rumänien und legten einen Teil des Weges bei Minusgraden zu Fuß zurück. In Rumänien wurden sie von Mitarbeitern des israelischen Konsulats abgeholt und zusammen mit ihren Betreuern nach Israel ausgeflogen. 

Nes Harim – wo die Natur Frieden schenkt

Das in den Hügeln Jerusalems gelegene Wald- und Jugendcamp Nes Harim wird jüdischen Kindern, die aus der ukrainischen Stadt Zhytomyr geflohen sind, einen sicheren, warmen und liebevollen Zufluchtsort bieten. 

Um sicherzustellen, dass sich jedes Kind wie zu Hause fühlt, kaufte der israelische KKL mit Ihrer großzügigen Unterstützung wichtige Gegenstände für den täglichen Gebrauch und geeignete Spielgeräte, an denen sich die Kinder während des Aufenthalts erfreuen können. 

Das Zentrum wird in dieser Zeit unterschiedliche pädagogische Aktivitäten für die Kinder anbieten, Erlebnispädagogik während des Tages, bereichernde Aktivitäten am Abend und spannende Exkursionen.

Zusammen helfen! 

Nur mit Ihrer Hilfe können wir auch weiterhin sicherstellen, dass die Waisenkinder alles haben, was sie für einen angenehmen Aufenthalt in Israel brauchen. Jede Spende, und sei sie noch so klein, wird in dieser Zeit das Leben unserer Kinder zum Positiven verändern!

Helfen Sie uns, ihnen eine schöne Zeit zu schenken und das Lächeln auf ihre Gesichter zurückzubringen!

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